Freida McFadden: Bücher, Reihenfolge und meine Meinung

Geschrieben von Constanzia Norström

Du möchtest wissen, in welcher Reihenfolge du die Bücher von Freida McFadden lesen solltest oder suchst einen Überblick über ihre Thriller? Dann bist du hier richtig. Die meisten Bücher der Autorin sind eigenständige Romane und können unabhängig voneinander gelesen werden. Eine Ausnahme ist die bekannte Housemaid-Reihe rund um Millie.

Ich habe inzwischen sieben Bücher von Freida McFadden gelesen, darunter die komplette Housemaid-Trilogie. Deshalb findest du hier zunächst die Bücher und ihre Reihenfolge im Überblick. Anschließend erzähle ich dir, welche ihrer Thriller ich gelesen habe, was mir daran gefällt – und vor allem, was mich immer wieder stört.

Denn obwohl Freida McFadden mit ihren Psychothrillern enorme Erfolge feiert, fällt mein persönliches Urteil deutlich kritischer aus, als man angesichts des Hypes vielleicht erwarten würde.

Veröffentlicht am 27.08.2026 | aktualisiert am 09.10.2026
Lesezeit: 6 Minuten

Freida McFadden – Bücher und meine persönliche Meinung zu ihren Thrillern

Inhaltsverzeichnis

Wer ist Freida McFadden?

Freida McFadden ist das Pseudonym einer amerikanischen Ärztin und Autorin, die vor allem für ihre Psychothriller bekannt ist. Ihre Bücher wurden international zu Bestsellern und haben ihr insbesondere mit der Housemaid-Reihe eine große Leserschaft eingebracht.

Unter ihrem Pseudonym veröffentlicht McFadden vor allem Thriller, in denen Geheimnisse, überraschende Wendungen und psychologische Spannungen eine wichtige Rolle spielen. Neben der Housemaid-Reihe hat sie zahlreiche eigenständige Romane veröffentlicht.

Besonders bekannt wurde sie mit The Housemaid, das auf Deutsch unter dem Titel Wenn sie wüsste erschienen ist. Die Geschichte um Millie wurde anschließend mit Sie kann dich hören und Sie wird dich finden fortgesetzt. Auch eine Kurzgeschichte mit Millie, Weil sie dich kennt, gehört zum Housemaid-Universum.

Die Verfilmung von The Housemaid – Wenn sie wüsste ist inzwischen ebenfalls erschienen.

Und genau deshalb wird es jetzt interessant: Ich habe inzwischen sieben Bücher von Freida McFadden gelesen. Drei davon gehören zur Housemaid-Reihe, vier sind Einzelromane. Und obwohl ich damit vermutlich deutlich mehr als genug Gelegenheit hatte, herauszufinden, was andere an ihren Büchern so begeistert, fällt mein persönliches Fazit ziemlich kritisch aus.

Freida McFadden Bücher: Reihenfolge und Übersicht

Wenn du einfach wissen möchtest, welche Bücher von Freida McFadden es gibt und in welcher Reihenfolge du sie lesen solltest, ist die Sache zum Glück überschaubar: Die meisten ihrer Thriller sind Einzelromane und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Die bekannteste Buchreihe ist die Housemaid-Reihe mit Millie. Hier solltest du die drei Romane in der richtigen Reihenfolge lesen. Dazu kommt eine kurze Geschichte, die zeitlich zwischen dem zweiten und dritten Band spielt.

Bei den übrigen Büchern handelt es sich überwiegend um eigenständige Psychothriller. Du musst also nicht mit einem bestimmten Buch anfangen und kannst die Romane grundsätzlich nach deinem persönlichen Interesse auswählen.

Reihenfolge Deutscher Titel Originaltitel
Band 1 Wenn sie wüsste The Housemaid
Band 2 Sie kann dich hören The Housemaid's Secret
Zwischen Band 2 und 3 Weil sie dich kennt The Housemaid's Wedding
Band 3 Sie wird dich finden The Housemaid Is Watching

 

Neben der Housemaid-Reihe hat Freida McFadden zahlreiche eigenständige Thriller veröffentlicht. Die deutschen Ausgaben erscheinen teilweise zeitversetzt zu den englischen Originalen. Dadurch kann die Reihenfolge der deutschen Veröffentlichungen von der ursprünglichen Erscheinungsreihenfolge abweichen.

Deutscher Titel Originaltitel Jahr der deutschen Ausgabe
Die Kollegin The Coworker 2025
Der Lehrer The Teacher 2025
Der Freund The Boyfriend 2025
Die Ehefrau The Wife Upstairs 2026
Häftling The Inmate 2026
Die Psychiaterin Never Lie 2026
Die verschlossene Tür The Locked Door 2026
Der Unfall The Crash 2026*
Die Untermieterin The Tenant 2027*

* angekündigte deutsche Ausgaben.

Handschriftliche Handlungsskizze mit markierten Wendungen und Notizen auf Papier.

Die Housemaid-Reihe in der richtigen Reihenfolge

Wenn du mit Freida McFadden anfangen möchtest, wirst du wahrscheinlich ziemlich schnell auf die Housemaid-Reihe stoßen. Sie ist ihre bekannteste Buchreihe und erzählt die Geschichte von Millie, die in verschiedenen Lebenssituationen immer wieder in Haushalte gerät, in denen nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.

Die drei Romane bauen aufeinander auf. Deshalb würde ich sie in der folgenden Reihenfolge lesen:

Band 1: Wenn sie wüsste

Originaltitel: The Housemaid

Hier lernen wir Millie kennen, die eine Stelle als Haushaltshilfe bei einer wohlhabenden Familie annimmt. Was zunächst nach einem Glücksfall aussieht, entwickelt sich schnell in eine ganz andere Richtung. Wenn sie wüsste ist der Auftakt der Reihe und für mich deshalb der richtige Einstieg in die Welt von Freida McFadden.

Band 2: Sie kann dich hören

Originaltitel: The Housemaid's Secret

Im zweiten Band ist Millie wieder als Haushaltshilfe tätig und landet erneut in einem Haushalt, in dem offensichtlich nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Die Geschichte knüpft an Millies Vergangenheit an und führt die Reihe mit einer neuen Familie und neuen Geheimnissen weiter.

Zwischen Band 2 und 3: Weil sie dich kennt

Originaltitel: The Housemaid's Wedding

Bei Weil sie dich kennt handelt es sich um eine deutlich kürzere Geschichte, die zeitlich zwischen dem zweiten und dritten Band spielt. Sie ist für die eigentliche Handlung der Trilogie nicht zwingend notwendig, kann aber gelesen werden, wenn du Millies Geschichte vollständig verfolgen möchtest.

Ich habe die Geschichte natürlich ebenfalls gelesen. Und ich bin leider nach wie vor kein großer Fan – weder von Freida McFadden noch von Millie. Warum das so ist, wird im weiteren Verlauf des Artikels noch deutlich.

Band 3: Sie wird dich finden

Originaltitel: The Housemaid Is Watching

Im dritten Band hat Millie inzwischen ein anderes Leben. Sie ist nicht mehr einfach nur die Haushaltshilfe aus den ersten beiden Büchern, doch ihre Vergangenheit scheint sie noch nicht ganz in Ruhe zu lassen. Damit bildet Sie wird dich finden den Abschluss der eigentlichen Housemaid-Trilogie.

Diese Bücher von Freida McFadden habe ich gelesen

Das ist aber noch längst nicht alles, was ich von Freida McFadden gelesen habe. Starten wir mit Die Kollegin.

Die Kollegin ist inzwischen schon eine Weile her, deshalb sind meine Erinnerungen daran nicht mehr ganz so frisch. Ich weiß aber noch, dass ich das Buch grundsätzlich okay fand, mich aber auch hier nichts wirklich vom Hocker gehauen hat. Wieder gibt es diesen Moment, in dem sich die Geschichte plötzlich dreht und man merkt: Ach so, darum ging es also. Das kann natürlich funktionieren. Bei mir hat es das allerdings nicht so richtig, weil ich bis dahin keine besonders starke Verbindung zu den Figuren aufgebaut hatte. Dann dreht sich alles, ich nehme die neue Information zur Kenntnis und denke mir: Alles klar. Und wenn ich einen Twist letztlich nur zur Kenntnis nehme, statt dass er mich wirklich trifft, hat mich ein Buch eben nicht überzeugt.

Bei Der Lehrer ging es mir ähnlich. Wobei mir hier noch stärker aufgefallen ist, wie viel Raum Männer, Beziehungen und Sexualität in der Geschichte einnehmen. Immer wieder geht es darum, wer mit wem etwas hat, wer mit wem irgendwo verschwindet oder welche Beziehung zwischen welchen Figuren besteht. Mich hat das ehrlich gesagt ziemlich kaltgelassen. Ich habe dabei weniger mit den Figuren mitgefiebert als mich irgendwann gefragt, warum diese Dinge für die Geschichte eigentlich so einen großen Stellenwert haben.

Der Häftling hat mich dann vor allem an einer anderen Stelle gestört: bei der Konstruktion der Geschichte. Die Hauptfigur braucht dringend einen Job und landet deshalb ausgerechnet in einem Gefängnis. Und dort sitzt ausgerechnet ein Mann, mit dessen Verurteilung sie durch ihre Aussage zu tun hat. Das ist natürlich ein praktischer Ausgangspunkt für einen Thriller. Ich habe beim Lesen trotzdem irgendwann gedacht: Wirklich? Genau so treffen die beiden jetzt wieder aufeinander?

Handschriftliche Notizen zu gelesenen Büchern und den eigenen Gedanken dazu.

Vielleicht ist das unfair, denn natürlich müssen Geschichten konstruiert sein. Sie passieren nicht einfach, sondern jemand muss sich überlegen, wie Figuren zusammenkommen und warum bestimmte Dinge passieren. Aber ich möchte diese Konstruktion beim Lesen möglichst wenig spüren. Bei Der Häftling habe ich sie ziemlich deutlich gespürt. Und auch hier wird die Geschichte immer wieder gedreht und gewendet, während dazwischen sehr viel Beziehungs- und Romantikgeschichte stattfindet, die mich persönlich überhaupt nicht abgeholt hat.

Das ist vielleicht auch der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass mir bei Freida McFadden etwas Grundsätzliches fehlt: Ich bekomme die Figuren nicht wirklich zu fassen. Ich verstehe ihre Entscheidungen, ihre Gefühle oder ihre Beziehungen nicht immer so, dass ich selbst etwas davon empfinde. Ich lese, was passiert, aber ich leide nicht mit. Ich bin nicht besonders erschüttert, begeistert oder wütend. Genau genommen fühle ich nichts oder erwische mich dabei, wie ich mit den Augen drehe, wenn es schon wieder um die Attraktivität irgendwelcher Männer geht.

Bei Die Ehefrau ging es mir ähnlich wie bei den anderen Büchern von Freida McFadden. Der Einstieg wirkte auf mich zwar etwas einfallsreicher, aber auch hier spielen Männer, Beziehungen und Zufälle eine ziemlich große Rolle. Teilweise fand ich es schon bemerkenswert, über wie viele Umwege Menschen miteinander verbunden werden und wie passend sich manche Begegnungen für die Handlung ergeben. Vielleicht bin ich in der Hinsicht besonders kritisch. Aber wenn ich ohnehin Schwierigkeiten habe, eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen, fallen mir solche Konstruktionen umso stärker auf.
Ob mich das Buch am Ende doch noch überzeugen konnte und wie ich die Geschichte insgesamt bewerte, erzähle ich in meiner ausführlichen Rezension zu Die Ehefrau von Freida McFadden.

Mit Die verschlossene Tür hat Freida McFadden mich tatsächlich positiv überrascht. Das Buch hat mir bisher von ihren Thrillern am besten gefallen. Vor allem die Hauptfigur Nora fand ich deutlich interessanter als viele der anderen ProtagonistInnen. Ihre Vergangenheit erklärt nachvollziehbar, warum sie auf Abstand zu anderen Menschen bleibt und unbedingt vermeiden möchte, dass jemand herausfindet, wer ihr Vater war. Dadurch hatte die Geschichte für mich mehr Tiefe, und auch die Handlung konnte mich diesmal überraschen. Tatsächlich hab ich mich bei dem Täter in dem Fall auch vertippt - 1 zu 0 für Freida McFadden.
Ganz ohne meine üblichen Kritikpunkte kommt aber auch dieses Buch nicht aus. Denn auch der schöne Mann und der Bizeps sind wieder mit dabei. Trotzdem hat mich Die verschlossene Tür insgesamt deutlich mehr überzeugt als die anderen Bücher, die ich bisher von McFadden gelesen habe. Im Detail kannst du es in meiner Rezension zu Die verschlossene Tür von Freida McFadden nachlesen.

Und damit habe ich eigentlich schon einiges von dem angesprochen, was mich an Freida McFaddens Büchern beschäftigt. Ich habe inzwischen mehrere ihrer Thriller gelesen und dabei immer wieder ähnliche Dinge wahrgenommen: überraschende Wendungen, konstruierte Zufälle, Männer und Beziehungen als wiederkehrenden Mittelpunkt und Figuren, zu denen ich persönlich nur schwer eine Verbindung aufbauen kann. Oder, um es genau zu nehmen, eigentlich gar nicht. Kommen wir also zum Kern meiner Kritik.

Was mich an Freida McFaddens Büchern stört

Ich glaube, mein größtes Problem mit Freida McFadden lässt sich ziemlich einfach zusammenfassen: Ich komme zu oft darauf, wie ihre Bücher ausgehen. Und für mich ist genau das bei einem Thriller ein ziemlich großes Problem.

Ein guter Thriller muss mich meiner Meinung nach an einen Punkt bringen, an dem ich eben nicht weiß, wie die Geschichte ausgeht. Ich möchte nicht nur überrascht werden, wenn die Autorin mir am Ende eine Information präsentiert, die ich vorher nicht hatte. Ich möchte beim Lesen tatsächlich rätseln, falsche Fährten verfolgen, mich irren und irgendwann denken: Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Bei Freida McFadden passiert mir das selten. Meistens habe ich relativ schnell eine Idee, in welche Richtung die Geschichte gehen könnte. Und wenn ich dann am Ende mit meiner Vermutung richtig liege, bleibt bei mir nicht besonders viel übrig.

Das ist vielleicht auch deshalb schade, weil McFadden gerade für ihre Plot Twists so gefeiert wird. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich eines ihrer ersten Bücher gelesen habe und vorher oder währenddessen immer wieder mitbekam, wie großartig ihre Wendungen sein sollen. Ich dachte irgendwann: Gut, dann bin ich jetzt gespannt. Und dann hatte ich die Handlung gelesen, mir meine Gedanken dazu gemacht und kam ziemlich schnell auf eine mögliche Auflösung. Als sie dann tatsächlich in diese Richtung ging, war der große Überraschungsmoment für mich natürlich weg.

Vielleicht hätte das bei mir anders funktioniert, wenn ich nicht schon mit dieser Erwartung an ihre Bücher herangegangen wäre. Aber inzwischen ist genau das Gegenteil der Fall: Wenn ein neues Buch von Freida McFadden erscheint, weiß ich ungefähr, was mich erwartet. Und je mehr ich von ihr lese, desto stärker habe ich das Gefühl: Kennst du eines, kennst du viele.

Dabei ist ein Twist für mich auch nicht automatisch gut, nur weil er die Handlung einmal komplett umdreht. Ich möchte, dass dahinter eine Idee steckt. Dass ich nach der Auflösung zurückblicke und denke: Natürlich! Warum bin ich darauf nicht gekommen? Genau deshalb hat die Autorin mich die ganze Zeit in eine andere Richtung schauen lassen. Bei McFadden habe ich dagegen häufig eher das Gefühl, dass die Geschichte einmal umgedreht wird und damit ist die Überraschung erledigt.

Mir fehlen die Figuren

Noch wichtiger ist für mich allerdings etwas anderes: Mir sind die Figuren zu oft egal.

Das klingt hart, aber ich möchte beim Lesen eines Thrillers etwas empfinden. Wenn eine Figur plötzlich aus der Handlung verschwindet, getötet wird oder etwas Schlimmes erlebt, möchte ich nicht nur denken: Aha, das war jetzt also der nächste Handlungsschritt. Ich möchte traurig sein. Ich möchte hoffen, dass sie es schafft. Ich möchte mich ärgern, mitfiebern oder Angst haben.

Genau das haben andere Thriller bei mir geschafft. Ich habe zum Beispiel die Kate-Linville-Reihe von Charlotte Link sehr gefeiert. Auch dort gibt es Beziehungen und persönliche Geschichten. Natürlich interessieren sich die Figuren füreinander, verlieben sich oder haben Probleme miteinander. Aber das ist für mich ein Nebenstrang und nicht der gesamte Motor der Geschichte. Viel stärker geht es um die Entwicklung der Figuren, um ihre unterschiedlichen Facetten und darum, dass ich nach und nach ein Gefühl für sie bekomme.

Ich möchte irgendwann an einem Punkt sein, an dem ich beim Lesen denke: Bitte lass das für diese Figur gut ausgehen. Oder: Das kann sie doch jetzt nicht machen. Ich möchte eine Beziehung zu den Menschen aufbauen, über die ich da lese. Und genau das gelingt mir bei Freida McFadden bisher überhaupt nicht.

Das Frauenbild überzeugt mich nicht

Damit komme ich auch zu einem weiteren Punkt, der mir beim Lesen immer wieder aufgefallen ist: das Frauenbild.

In den Büchern, die ich von Freida McFadden gelesen habe, begegnen mir auffällig häufig Frauen, die in irgendeiner Form abhängig oder ausgeliefert sind. Eine Frau braucht dringend einen Job. Eine andere hat Probleme mit einem Ex-Partner. Eine Frau ist krank und auf ihren Ehemann angewiesen. Ein Hausmädchen arbeitet für einen reichen Mann. Dazu kommen Machtgefälle zwischen Männern und Frauen und nicht selten auch sexuelle Spannungen.

Ein einzelnes dieser Elemente würde mich überhaupt nicht stören. Natürlich dürfen Thriller solche Konstellationen erzählen. Aber bei McFadden habe ich irgendwann das Gefühl bekommen, dass sie sich sehr häufig genau dieser Ausgangslage bedient.

Und dann kommt häufig noch die sexuelle Komponente dazu. Das Hausmädchen, das plötzlich Interesse an seinem Arbeitgeber hat. Männer, die eine zentrale Rolle in den Beziehungen der Frauen spielen. Romanzen, Affären und die Frage, wer mit wem etwas hat. Mich persönlich holt das überhaupt nicht ab.

Ich frage mich dann irgendwann: Warum muss es eigentlich schon wieder darum gehen?

Nicht jedes Hausmädchen hat sexuelles Interesse an seinem Arbeitgeber. Nicht jede Frau ist abhängig von einem Mann. Nicht jede Geschichte braucht ein offensichtliches Machtgefälle zwischen Mann und Frau, damit daraus ein Thriller entstehen kann.

Gerade weil Freida McFadden so erfolgreich damit ist, Plots zu konstruieren und Wendungen einzubauen, würde ich mir hier viel mehr wünschen. Warum nicht einmal ein richtig guter Twist, der nicht auf einem solchen Klischee aufbaut? Warum nicht eine Frau, die überhaupt nicht in diese Rolle passt? Warum nicht eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die nicht gleichzeitig die nächste Quelle für Abhängigkeit, Sex oder Macht ist?

Zu viel Konstruktion, zu wenig Leben

Und damit komme ich wieder zu meinem ersten Punkt zurück. Natürlich ist jeder Roman konstruiert. Ein Autor oder eine Autorin muss entscheiden, welche Figuren sich wann begegnen und welche Ereignisse aufeinander folgen. Das ist völlig normal.

Ich möchte diese Konstruktion beim Lesen aber möglichst nicht mitbekommen. 

Bei Freida McFadden gelingt mir das nicht immer. Teilweise sind die Zufälle, durch die Menschen aufeinandertreffen oder bestimmte Informationen zutage kommen, für mich einfach zu offensichtlich auf den Plot zugeschnitten. Und wenn ich beim Lesen merke, dass ich mich darüber ärgere, dass die Idee der Autorin nicht einfallsreicher war, ist es schlicht ein eindeutig negatives Zeichen.

Ich sehe den Twist kommen. Ich sehe, warum diese Figur jetzt auftauchen muss. Ich sehe das Machtgefälle. Ich sehe die Romanze, die wahrscheinlich noch irgendeine Bedeutung bekommen wird. Und während all das passiert, fühle ich mit den Figuren trotzdem erstaunlich wenig.

Das ist für mich bei einem Thriller irgendwann einfach zu wenig.

Denn wenn eine Autorin für ihre spektakulären Wendungen gefeiert wird, dann erwarte ich persönlich mehr als eine Geschichte, die mich immer wieder mit einem ungerührten „Aha!“ zurücklässt. Ich möchte irgendwann „Das habe ich wirklich nicht kommen sehen“ denken. Ich möchte mir den Kopf darüber zermardern, wie die Dinge jetzt wohl zusammenhängen. Ich liebe es, mir ernsthafte und intensive Gedanken dazu zu machen. Und ich möchte gleichzeitig etwas für die Menschen empfinden, denen diese Geschichte passiert. Genau das fehlt mir bei Freida McFadden massiv.

Warum Freida McFadden trotzdem so erfolgreich ist

Bevor ich hier weiter auf den Büchern herumhacke, möchte ich allerdings eine Sache klarstellen: Ich bin keine Literaturkritikerin und erhebe auch überhaupt nicht den Anspruch, Freida McFaddens Bücher mit irgendeiner besonderen fachlichen Expertise einzuordnen. Das hier ist meine persönliche Meinung als Leserin. Und nur weil mir etwas nicht gefällt, bedeutet das natürlich nicht, dass es grundsätzlich schlecht ist.

Im Gegenteil: Ich kann durchaus nachvollziehen, warum ihre Bücher so erfolgreich sind. Vielleicht liegt ein Teil des Erfolgs sogar genau in den Dingen, die mich persönlich stören.

Die Bücher sind leicht zugänglich. Die Kapitel sind kurz, die Handlung kommt schnell voran und man muss sich nicht erst durch 200 Seiten arbeiten, bevor überhaupt etwas passiert. Dazu kommen die vielen Cliffhanger und Wendungen. Man bekommt ständig einen kleinen Grund, noch ein Kapitel zu lesen. Und dann noch eins. Und plötzlich ist das Buch halb durch.

Auch sprachlich sind die Bücher keine große Herausforderung. Der Schreibstil ist unkompliziert, der Wortschatz nicht besonders anspruchsvoll und die Handlung lässt sich gut verfolgen. Das meine ich ausdrücklich nicht abwertend. Unser Alltag ist kompliziert genug. Vielleicht ist es manchmal sogar ziemlich angenehm, ein Buch aufzuschlagen, bei dem man nicht besonders viel leisten muss. Man kann sich zurücklehnen, der Geschichte folgen, sich ein bisschen überraschen lassen und ist nach ein paar Stunden wieder durch.

Auch die Komplexität der Handlung hält sich für mein Empfinden in Grenzen. Es gibt natürlich viele Wendungen, aber man muss nicht unbedingt mehrere Handlungsebenen gleichzeitig auseinanderhalten oder sich durch komplizierte Zusammenhänge arbeiten. Eine Information kommt, dann kommt die nächste Wendung, dann wieder eine neue Information. Das ist ziemlich „snackable“ – man bekommt immer wieder einen kleinen Happen und möchte wissen, was als Nächstes passiert.

Und ich kann mir vorstellen, dass genau das für viele Leserinnen und Leser einen großen Reiz ausmacht. Man muss nicht erst tief in eine Figurenwelt eintauchen, um Spaß an der Geschichte zu haben. Es passiert ständig etwas, es gibt Geheimnisse, Beziehungen, sexuelle Spannungen und natürlich die obligatorische Frage: Wer steckt eigentlich dahinter?

Vielleicht spricht sie damit auch Menschen an, die ohnehin gerne romantische Geschichten lesen und zusätzlich ein bisschen Spannung möchten. Ich kann mir zumindest vorstellen, dass diese Mischung für viele ziemlich gut funktioniert.

Und dann kommt noch etwas hinzu: Die Bücher sind schnell. Man hat nicht das Gefühl, sich durch einen 800-Seiten-Block zu kämpfen. Man bekommt eine Geschichte, ein paar Geheimnisse, mehrere Wendungen und am Ende eine Auflösung. Das kann einfach unterhaltsam sein.

Ich glaube deshalb tatsächlich, dass ich bei Freida McFadden an einem Punkt mit meiner eigenen Erwartungshaltung scheitere. Ich möchte bei einem Thriller gerne rätseln, Figuren kennenlernen, mich emotional an sie binden und am Ende vielleicht sogar ein bisschen erschüttert aus dem Buch herausgehen. Wenn die Auflösung dann nicht besonders überraschend ist und ich gleichzeitig keine große Verbindung zu den Figuren aufgebaut habe, bleibt bei mir nicht mehr wahnsinnig viel.

Aber vielleicht muss ein Buch das auch gar nicht leisten, um erfolgreich zu sein.

Vielleicht ist es manchmal genau das, was Menschen suchen: ein Buch, das einen schnell aus dem Alltag holt, nicht besonders viel verlangt und trotzdem dafür sorgt, dass man wissen möchte, wie es weitergeht.

Und das kann ich Freida McFadden durchaus zugutehalten. Sie weiß offenbar sehr genau, wie man Leserinnen und Leser dazu bringt, weiterzulesen. Nur bedeutet das für mich noch lange nicht, dass ich ihre Bücher auch gut finden muss.

Mein Fazit: Sind die Bücher von Freida McFadden etwas für mich?

Nö. Sind sie nicht.

Ich habe inzwischen einige Bücher von Freida McFadden gelesen und trotzdem greife ich immer wieder zu einem neuen. Vielleicht ist es die Hoffnung, dass mich eines Tages doch noch ein Twist erwischt. Vielleicht denke ich mir auch einfach: Bei diesem Hype muss doch irgendetwas dran sein. Millionen Menschen können sich ja nicht völlig irren. Also lese ich das nächste Buch und denke: Vielleicht ist es diesmal anders.

Bisher war es das nicht.

Im Gegenteil: Mit jedem Buch hat sich meine Meinung eigentlich nur weiter verfestigt. Ich erkenne die Muster schneller, die Wendungen überraschen mich immer weniger und auch die Figuren schaffen es nach wie vor nicht, mich wirklich emotional abzuholen. Dazu kommen die für mich sehr stereotypen Beziehungskonstellationen und die vielen Zufälle, die notwendig sind, damit die Geschichte überhaupt so funktioniert, wie sie funktionieren soll.

Trotzdem würde ich nicht sagen, dass Freida McFadden keine guten Bücher schreibt. Dafür habe ich schlicht nicht die Expertise und dafür gibt es außerdem offensichtlich sehr viele Menschen, die ihre Bücher mit Begeisterung lesen. Ich glaube inzwischen sogar, dass ich ziemlich gut verstehe, warum ihre Bücher funktionieren. Sie sind schnell, unkompliziert, voller kleiner Cliffhanger und lassen sich einfach weglesen. Wer genau das sucht, kann mit ihren Thrillern wahrscheinlich sehr viel Spaß haben.

Ich suche beim Lesen aber etwas anderes. Ich möchte mich an Figuren binden. Ich möchte miträtseln und nicht nur darauf warten, dass die nächste Information präsentiert wird. Und wenn mir ein Buch einen Plot Twist verspricht, möchte ich am Ende tatsächlich überrascht sein.

Vielleicht werde ich deshalb auch weiterhin gelegentlich zu einem Buch von Freida McFadden greifen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vielleicht kommt ja irgendwann dieser eine Twist, bei dem ich das Buch zuklappe und denke: Okay, den habe ich wirklich nicht kommen sehen.

Bis dahin bleibt mein persönliches Urteil allerdings ziemlich eindeutig: Der Hype um Freida McFadden hat mich bisher nicht überzeugt und ist für mich auch nicht in Gänze nachvollziehbar.

Häufige Fragen zu Freida McFadden

Welche Bücher gehören zur Housemaid-Reihe von Freida McFadden?

Zur Housemaid-Reihe gehören Wenn sie wüsste, Sie kann dich hören und Sie wird dich finden. Die Bücher bauen aufeinander auf und sollten deshalb in dieser Reihenfolge gelesen werden.

In welcher Reihenfolge sollte man die Housemaid-Bücher lesen?

Die richtige Reihenfolge ist: Wenn sie wüsste, Sie kann dich hören und anschließend Sie wird dich finden.

Sind die Bücher von Freida McFadden wirklich spannend?

Das kommt darauf an, was du unter spannend verstehst. Besonders wenn du kurze Kapitel, viele Wendungen und ein hohes Erzähltempo magst, können die Bücher sehr unterhaltsam sein. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass man schnell weiterlesen möchte. Mir persönlich fehlt allerdings teilweise die Tiefe bei den Figuren und ich kann viele Wendungen relativ früh erahnen.

Für wen eignen sich die Bücher von Freida McFadden?

Vor allem für Leserinnen und Leser, die unkomplizierte Thriller mit kurzen Kapiteln, schnellen Wendungen und leicht zugänglicher Handlung mögen. Wer besonders viel Wert auf komplexe Figuren und psychologische Tiefe legt, könnte dagegen etwas vermissen.

Welches Buch von Freida McFadden sollte man zuerst lesen?

Wenn du die Housemaid-Reihe kennenlernen möchtest, würde ich mit Wenn sie wüsste beginnen. So lernst du die Figuren und die Ausgangssituation von Anfang an kennen.

Lohnt es sich, Bücher von Freida McFadden zu lesen?

Das kommt darauf an, was du von einem Thriller erwartest. Für schnelle Unterhaltung und überraschende Wendungen funktionieren ihre Bücher für mich gut. Wenn du allerdings tief ausgearbeitete Figuren und besonders komplexe Handlungen suchst, würde ich meine Erwartungen etwas niedriger ansetzen.

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