Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Der Herbst ist normalerweise die heilsamste, gnädigste Jahreszeit. Alle Wehwechen aus dem Sommer finden ihren Platz, und alles, was aufgescheuert und aufgedunsen aus der Hitze zurückbleibt, klingt ab, heilt ab, findet Frieden. Aber nicht im letzten Herbst, als das Herz Hochwasser hatte. Ein Rückblick.

Lesezeit: 3 Minuten

Dunkle Herbstlandschaft bei Sonnenuntergang mit Baum und Spiegelung im Wasser

Herbst ist normalerweise DIE Jahreszeit. Es ist kuschlig – nicht nur wegen einem Feuerchen, Decken, Kuschelsocken und warmem Tee. Sondern wegen heißen Körpern, die sich festhalten in dieser dunklen Jahreszeit. Die sich sehen und die Herzen wärmen. 

Im Herbst müssen wir nie über Regenbögen diskutieren – der Herbst IST bunt. Er ist zum Ankommen gedacht, zum Bleiben. Wo der Sommer meine Wunden belächelt und die Sonne meine Tränen nie ernst nimmt, da ist der Herbst die Zeit zum Heilen. 

Aber nicht dieses Jahr. Dieser Herbst ist traurig, dunkel und einsam. Eine Herausforderung, weil ich alleine bin – unter meiner Decke, am Feuerchen, im Bett, beim Atmen. Und weil ich kämpfe – mit mir, gegen mich – und leide, im Stillen. 

Wie viele Gefühle kann ein Herz, ein ganzer Brustkorb, kanalisieren, bis er platzt? Angst, Hoffnung, Verzweiflung, Ärger – all das gleichzeitig in einem Körper. Es sollte verboten werden, so viel fühlen zu können, so viele Anteile von sich selbst parallel ertragen zu müssen. Und gleichzeitig die Welt anzulächeln, den Tag, das eigene aufgedunsene Gesicht im Spiegel. Manchmal ist schon das absolute Minimum deutlich zu viel verlangt. 

Ich sitze viel zu viele Stunden neben einem Mann und habe Gefühle für ihn, die ich nicht haben möchte. Und nicht so, wie du jetzt denkst. Was ich will: Gleichgültigkeit. Was ich habe: Kränkung. Ist es nicht demütigend, wenn das eigene Umfeld nicht tut, was man möchte – und obendrein die eigenen Gefühle nicht gehorchen? Unter dem Strich: Niemand tut, was ich gerade möchte. Und schlimmer noch: Mein Umfeld kümmert es nicht, mich dafür umso mehr. 

Das erste Mal in meinem Leben habe ich etwas in jemandem gesehen, dass es nicht wirklich gab. Ich habe ein Schimmern gesehen, wo es nur dumpfen Hall gab, ein Leuchten, wo jede Resonanz erstickt. Und ich habe angefangen zu glauben, dass ich dieses Leuchten zu einem Feuer entfachen kann. Ich dachte, wenn ich nur meine Flamme ganz nah bringe, es wärme, es nähre, dann kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis es lichterloh brennt. Und was dann passiert ist, das ist das eigentliche Desaster weil ich so viel Potential gesehen habe in einem Menschen, der einem Stein gleicht. Der sich nur bewegt, wenn man ihn hochhebt und an einem anderen Fleck ablegt.  

Das könnte dich auch interessieren

Dämmerung über einem ruhigen Weg

Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Der Herbst ist normalerweise die heilsamste, gnädigste Jahreszeit. Alle Wehwechen aus dem Sommer finden ihren Platz, und alles, was aufgescheuert und aufgedunsen aus der Hitze zurückbleibt, klingt ab, heilt ab, findet Frieden. Aber nicht im letzten Herbst, als das Herz Hochwasser hatte. Ein Rückblick.

mehr lesen…
Blog in 2026: Warum sie noch genauso erfolgreich sein können wie im Jahr 2000

Blog in 2026: Warum sie noch genauso erfolgreich sein können wie im Jahr 2000

Blog in 2026: Warum sie noch genauso erfolgreich sein können wie im Jahr 2000

Vor Kurzem habe ich gelesen, dass Blogs keine Zukunft mehr haben. Ehrlich gesagt hat mich das im ersten Moment ziemlich verunsichert. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich allerdings das Gefühl, dass wir vielleicht über die falsche Sache diskutieren.

Lesezeit: 4 Minuten

Laptop bei Nacht an einem Schreibtisch vor einem regennassen Fenster; auf dem warm beleuchteten Bildschirm steht „Blog in 2026?“

Inhaltsverzeichnis

Ich habe kürzlich gelesen, dass Blogs out sind. Tot, juckt keinen mehr. Die KI ist da, die Suchmaschinen wurden revolutioniert und im Internet sind sowieso nur noch Bots unterwegs. Dazu gibt es Auswertungen und Statistiken, die zeigen, wie die Performance eingebrochen ist. Unterm Strich ging es in den letzten fünf Jahren im Geiersturzflug bergab und heute fragt man eben die KI.

Ich bin ehrlich: Im ersten Moment hat mich das verunsichert. Ich habe in meinen Blog viel Liebe, Zeit und Geld investiert und plane ganz sicher nicht, nun alle Zelte abzubrechen. Ich habe Lust auf das Projekt. Auf einmal zu hören, dass es angeblich zum Scheitern verurteilt ist, weil ich late to the party bin, ist nicht besonders erquicklich. Aber irgendwie auch ein Running Gag. Ist man Teil meiner Generation, kennt man dieses Gefühl mittlerweile ganz gut. Rente? Schwierig. Wohnraum? Schwierig. Überall fehlt Geld. Einfach mieses Timing. Offenbar jetzt sogar beim Bloggen.

1. Warum viele glauben, dass Blogs heute nicht mehr funktionieren

Liest man die Begründungen solcher Artikel, heißt es meistens, dass Blogs früher vor allem deshalb funktioniert hätten, weil sie konsequent für Suchmaschinen optimiert wurden. Da wurden Keywords eingebaut, bis Google kleine Freudensprünge gemacht hat und die Artikel ganz oben ausgespielt wurden. Besuchende kamen über die Suche auf die Seite und mit der Zeit ließ sich daraus offenbar ein ziemlich erfolgreiches Geschäftsmodell entwickeln.

Dann kam die KI. So lautet zumindest die Erzählung. Heute kann sie viele dieser Informationen direkt zusammenfassen und bereits in der Suche beantworten. Wenn das stimmt, stellt sich tatsächlich die Frage, warum jemand überhaupt noch auf den eigentlichen Blog klicken sollte.

Soweit die Theorie. Und genau hier beginnen meine Fragen.

Gehen wir doch mal einen Schritt zurück und schauen uns erstmal an, was ein Blog überhaupt ist. Laut der Wikipedia Definition* das hier:

Ein Blog [blɔg] (ursprünglich das, heute auch der) oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg] (Wortkreuzung aus englischWeb und Log für „Logbuch“ oder „Tagebuch“) ist ein meist auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, international auch Weblogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als Bloggen bezeichnet.

Wenn ich mir das durchlese, klingt das für mich ganz und gar nicht nach künstlicher Optimierung für Suchmaschinen, damit möglichst viele Menschen auf die Seite stoßen. Das klingt für mich, als ob das eine Geschäftsidee gewesen wäre und kein Blog. Ein Blog ist doch etwas Persönliches, wo eine Person aus Spaß an der Freude online Themen beackert. Und zwar nicht für Reichweite, sondern aus Leidenschaft. Verbessert mich gerne, wenn ich das falsch verstehe.

Aus dieser Perspektive müssten wir nun also nochmal darüber sprechen, ob tatsächlich Blogs an Reichweite verloren haben oder schlicht Geschäftskonzzepte. Und auch hier muss man doch ehrlich sein. Wenn ich für Suchmaschinen schreibe, muss einem doch völlig klar sein, dass das ein Modell ist, das nicht ewig funktionieren wird. Denn Content ist doch am Schluss für Menschen. Von Menschen für Menschen.

2. Muss eigentlich jedes Hobby erfolgreich sein?

Und da kommen wir gleich zum nächsten Punkt. Muss denn immer alles erfolgreich sein? Kann man denn nicht einmal etwas machen, einfach nur weil man dafür brennt? Ich weiß gar nicht, wann das abhandengekommen ist. Ich höre immer wieder, dass Leute mit Social Media starten, weil sie jetzt Influencer werden wollen und berühmt. Oder reich. Oder am besten alles beides.

Dabei muss uns allen doch klar sein, dass nicht jeder berühmt werden und Influencer sein kann. Wir sind alle schon so mit Reizen tagtäglich überflutet. Stellen wir uns nur vor, jeder Mensch auf Erden würde Inhalte produzieren und am Kampf um Aufmerksamkeit teilnehmen. Ich glaube, ich würde direkt in eine einsame Höhle ziehen wollen, der Krach und das Durcheinander wären ja nicht auszuhalten.

3. Warum Erfolg nicht der Maßstab sein sollte

Hinter all dem steht aus meiner Sicht ein Leistungsgedanke, der sich mit einer Selbstverständlichkeit in jede Diskussion setzt wie ein ungebetener Gast. Ich habe manchmal den Eindruck, dass mittlerweile vorausgesetzt wird, dass alles zu Geld und Ruhm gemacht werden muss. Weil es sonst offenbar nichts wert ist.

Ich glaube, da liegt das Problem schon auf der Hand: Ich glaube, wenn ich ein Projekt starte und nur daran denke, was für mich dabei rausspringen könnte, fehlt von Anfang an das, worauf es eigentlich ankommt. Am Anfang von jeder Idee muss Herzblut stehen, Leidenschaft, eine Vision. Und daraus entsteht das Potenzial, dass es richtig gut wird. Weil es authentisch ist und ehrlich.

Nur meine 5 Cents zum Thema. Kann am Ende jeder für sich beantworten – und wenn ich die einschlägige Berichterstattung lese, dann haben das offenbar einige auch schon getan.

4. Warum ich glaube, dass Blogs auch 2026 funktionieren können

Ich würde nochmal an den Anfang zurückspulen und fragen, wie viele Personen wohl 2002 auf einem Blog waren, weil sie die oder den Autor:in so gerne mochten. Sich auf neue Texte gefreut haben oder Rezepte oder Bilder oder was auch immer.

Und wie sah dieser Prozentsatz wohl aus im Vergleich zu all jenen, die irgendeine Frage hatten und über Umwege auf der Website gelandet sind?

Steile These: Ich glaube, die Fangemeinde wird wohl kleiner gewesen sein als die Zufallstreffer, die nur da waren, weil zum Beispiel hier das Rezept für Ofengemüse leicht zu finden war und sonst keine Verbindung zwischen Content-Produzent:innen und Lesenden bestand.

Mal angenommen, diese These stimmt. Dann möchte ich behaupten, dass sich am Erfolg von Blogs nichts verändert hat. Leute, die deine Inhalte mögen, sie finden und bleiben, sind doch der größte Lohn. Ein größerer als eine Geschäftsidee, die nur für die Suchmaschine optimiert, um damit Geld zu verdienen.

Das zumindest ist meine Meinung.

*unwissenschaftlich zitiert, I know.

Das könnte dich auch interessieren

Dämmerung über einem ruhigen Weg

Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Der Herbst ist normalerweise die heilsamste, gnädigste Jahreszeit. Alle Wehwechen aus dem Sommer finden ihren Platz, und alles, was aufgescheuert und aufgedunsen aus der Hitze zurückbleibt, klingt ab, heilt ab, findet Frieden. Aber nicht im letzten Herbst, als das Herz Hochwasser hatte. Ein Rückblick.

mehr lesen…
Minimalistische Rezension-Grafik zu Margaret Atwoods Roman Die Zeuginnen mit cremefarbenem Papier, getrockneten Blumen und warmen, natürlichen Farbtönen.

Rezension zu „Die Zeuginnen“ von Margarete Atwood

Ich bin mit „Die Zeuginnen“ offiziell in die Welt von Margaret Atwood eingestiegen – vorgespoilert mit Serienwissen. Tante Lydia, Mayday und Gilead kannte ich also bereits aus der Serie. Ob mir der Roman dennoch gefallen hat und was mir das Buch zusätzlich zur Serie gegeben hat, liest du hier.

mehr lesen…
Über Tränen, Schnee & Schiedsrichter

Über Tränen, Schnee & Schiedsrichter

Ein Winterabend, fallender Schnee und Tränen, die nichts mit der Kälte zu tun haben. Über Trauer, die bleibt, über das Leben, das trotzdem weitergeht – und über die absurde Frage, ob irgendwo ein Schiedsrichter sitzt und entscheidet, wann genug gelitten wurde.

Lesezeit: 3 Minuten

Verschneite Straße bei Nacht im Licht von Straßenlaternen mit nassem Asphalt und winterlicher Atmosphäre.

Ein Winterabend, eine Frau steht inmitten einer Großstadt – mutterseelenallein. Im Licht der Straßenlaternen sieht man die Schneeflocken fallen. Von Minute zu Minute werden die Flocken dicker. Ihr Gesicht ist nass, aber nicht vom Schnee, sondern von Tränen.

Das, was hier klingt wie die dramatische Szene aus einem Film, ist ein Ausschnitt aus meinem Leben, zarte fünf Minuten alt. Erstaunlich, diese Gleichzeitigkeit von Dingen, diese Ambivalenz, die ein Leben mit einer fast empörenswerten Selbstverständlichkeit mit sich bringt. Ein stiller Moment in einer Großstadt ist rar und könnte so friedlich sein – und ist doch voll von mieser, klebriger Traurigkeit.

Und wo eben noch die Blätter gefallen sind – gerade letzte Woche stand ich mit den Stiefeln bis zum Knöchel darin und habe mich so gefreut –, kam über Nacht klammheimlich der Winter. Mit ihm die Kälte. Sie zog in die Mauern und in die Knochen, und das, was eigentlich schön gewesen wäre, wurde zu einem brennenden Schmerz. Manchmal frage ich mich, ob es nicht einen Schiedsrichter gibt, der auf sichere Distanz zusieht und denkt: „Okay, jetzt hat sie brav gelitten, wir haben den Soll erreicht. Ab jetzt wird’s einfach lächerlich, Haken dran, komm, nächstes Kapitel.“ Oder ob die Kulanz die Tatsache ist, dass wir alle gesund sind und es immerhin etwas gibt, das man beweinen kann.

Und doch würde ich manchmal gerne wissen, wie traurig ein Mensch sein kann und wie viele Wochen es möglich ist, über die immer und immer gleiche Sache zu weinen. Und was es mit einem macht, wenn man keine Methode findet, damit umzugehen, sondern sich stur gibt und gar nicht einsieht, aus welchem Grund man eine neue Bewältigungsstrategie entwickeln sollte, wenn man auch einfach auf seinem Schmerz sitzenbleiben kann und jede Woche dasselbe tut: Weinen, traurig, Sorgen machen, Anspannung, Anspannung, Anspannung, Herzrasen, hey cool, schon Mittwoch, weinen, spontan glücklich, weil abgelenkt, Ende Oktober und schon wieder traurig, herrgott, warum geht diese Zeit nicht vorbei, jedes Jahr rast nur an einem vorbei, die Falten und die grauen Haare – nur drei Monate halten sich wie ein alter Kaugummi in einem Büschel Haare.

Wenn ich mir so zuhöre, dann scheint es eine Patt-Situation zu sein. So wie ich auf meiner Trauer sitzenbleibe, so bleibt das Leben auf seinen Anforderungen sitzen und schaut mir zu, wie ich mir die Augen aus dem Kopf heule. Mal sehen, wer länger durchhält: meine Tränensäcke oder das fehlende Einfühlungsvermögen potentieller Schiedsrichter.

Das könnte dich auch interessieren

Minimalistische Rezension-Grafik zu Margaret Atwoods Roman Die Zeuginnen mit cremefarbenem Papier, getrockneten Blumen und warmen, natürlichen Farbtönen.

Rezension zu „Die Zeuginnen“ von Margarete Atwood

Ich bin mit „Die Zeuginnen“ offiziell in die Welt von Margaret Atwood eingestiegen – vorgespoilert mit Serienwissen. Tante Lydia, Mayday und Gilead kannte ich also bereits aus der Serie. Ob mir der Roman dennoch gefallen hat und was mir das Buch zusätzlich zur Serie gegeben hat, liest du hier.

mehr lesen…
Zur Veröffentlichung meines Blogs

Zur Veröffentlichung meines Blogs

Zur Veröffentlichung meines Blogs

Ich bin online. Und damit beginnt der Teil, den man vorher nicht planen kann: Was passiert jetzt? Zwischen Perfektionismus, Unsicherheit und einer steilen Lernkurve habe ich meine Website endlich veröffentlicht. Vier Lektionen habe ich dabei gelernt. Welche das sind, erfährst du hier.

Lesezeit: 4 Minuten

Laptop mit persönlicher Website auf einem dunklen Schreibtisch bei Regen, daneben Notizbuch, Kaffeetasse und Bücher.

Inhaltsverzeichnis

Ich bin online.

Was für ein Satz, was für eine Tatsache. Das Internet mag in vielerlei Hinsicht ein ziemliches Molloch sein, aber das es einem lernen kann, wie man eine Website baut, umsetzt, optimiert und veröffentlicht, das rechne ich ihm hoch an. Zumindest jetzt noch, denn wer weiß schon wohin das hier alles führt?

Seis drum. Auf jeden Fall habe ich einiges gelernt, was mir schon jetzt niemand mehr nehmen kann. Und ich lass dich dran teilhaben, hör mal zu.

Lektion 1: Man muss sich auch ein bisschen quälen

Das Projekt hier startete mit schönen Dingen. Die Idee an sich war das erste. Das einlesen und lernen das Zweite. Was weniger Spaß gemacht hat, waren die eigenen Hürden, die ich überwinden musste. Auf Bestellknöpfe klicken, ausrechnen, was das alles kostet, im Backend nach Informationen graben. Mich in ein CMS einarbeiten. Lost sein, ziemlich oft sogar. YouTube durchforsten, kleine Erfolge feiern und am Ende sehen, dass der kleine Erfolg im Gegensatz zu allem, was noch zu tun war, einem Tropfen auf dem heißen Stein glich. Ohne Fleiß kein Preis sagt man ja immer und in dieser Hinsicht kann ich das nur unterschreiben. Ganz ehrlich: Das meiste, das ich hier beschreibe, hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Ich hab mir die meiste Zeit jemanden gewünscht, der mir unter die Arme greift und dem ich alle meine Fragen stellen kann. Tja, zumindest beantworten kann ich sie mir nun alleine. Zumindest die meisten. Und ich den Rest werde ich mich wohl oder übel weiter einarbeiten müssen.

Lektion 2: Immer dieser Pefektionismus

Ich will ehrlich sein: Ich hätte schon längst live gehen können. Vermutlich schon letztes Jahr. Bin ich aber nicht. Weil ich permanent Dinge gesehen habe, die ich noch verbessern wollte. Mehr Beiträge, mehrere Landingpages, hier noch ein Menü, da noch ein Artikel. Dann haben mir die Inhalte nicht gefallen. Und so weiter und so weiter. Das Leben kam auch noch dazwischen, klar. Aber vor allem mein eigener Perfektionismus hat mich ungemein aufgehalten.

Irgendwann habe ich sehr viele Seiten deaktiviert, die Verlinkungen aufgelöst und entschieden, mit den absoluten Basics live zu gehen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und letztlich ist das hier ein Projekt und so darf es auch aussehen. Erinnert mich dran, sollte ich es wieder vergessen.

Lektion 3: Die Unsicherheit

Ich bin unsicher. Sehr sogar. Und das kann ich auch beweisen:

Was, wenn niemand meine Website findet? Und was wenn doch? Was, wenn ich schlechte Bewertungen und unfreundliche Mails bekomme? Was, wenn ich in der Versenkung verschwinde? Was, wenn irgendwas in der Mitte von beiden Szenarien passiert? Was ist, wenn ich ausversehen Unsinn veröffentliche und Ärger bekomme? Oder mir sonst irgendein Fehler passiert.

Unangenehm, oder? Ich finde es selbst schade, dass ein Hobby so viel an Gewicht gewinnt, obwohl es ja einfach für den Spaß an der Freud gedacht ist. Und wo um Himmels Willen kommt eigentlich schon wieder dieser Leistungsdruck her?! Alles Unsinn und ein guter Zeitpunkt, um festzuhalten, dass es passieren kann, dass ich Quatsch schreibe und die Welt davon nicht untergeht. Es kann auch passieren, dass ich einen Fehler mache. Auch menschlich. Das zumindest wäre ein Vorteil, wenn meine Website in der Versenkung verschwindelt und mich niemals irgendwer hier findet.

Lektion 4: Einfach mal machen

Nachdem alle Befindlichkeiten hier nun schwarz auf weiß stehen, kann es so richtig losgehen. Und wenn du bis hierhin gelesen hast, dann herzlichen Glückwünsch. Du bist early to the party und ich freu mich sehr, dass du da bist. Ich für meinen Teil werde in die Tasten hauen und machen, was viele Menschen im Internet tun. Meinen Kram hier reinhämmern und schauen was passiert. Das Motto: Einfach mal machen und schauen was passiert.

Das könnte dich auch interessieren

Dämmerung über einem ruhigen Weg

Wenn der Herbst sein Ziel verfehlt

Der Herbst ist normalerweise die heilsamste, gnädigste Jahreszeit. Alle Wehwechen aus dem Sommer finden ihren Platz, und alles, was aufgescheuert und aufgedunsen aus der Hitze zurückbleibt, klingt ab, heilt ab, findet Frieden. Aber nicht im letzten Herbst, als das Herz Hochwasser hatte. Ein Rückblick.

mehr lesen…
Minimalistische Rezension-Grafik zu Margaret Atwoods Roman Die Zeuginnen mit cremefarbenem Papier, getrockneten Blumen und warmen, natürlichen Farbtönen.

Rezension zu „Die Zeuginnen“ von Margarete Atwood

Ich bin mit „Die Zeuginnen“ offiziell in die Welt von Margaret Atwood eingestiegen – vorgespoilert mit Serienwissen. Tante Lydia, Mayday und Gilead kannte ich also bereits aus der Serie. Ob mir der Roman dennoch gefallen hat und was mir das Buch zusätzlich zur Serie gegeben hat, liest du hier.

mehr lesen…